Blogs Teil 1

Blogs: bloggen und seine Wirkung aufs Leben - der Sichtweise - Andreas Ebner

Lange habe ich überlegt mit welchem Thema ich starten soll. Es gibt viele Lebensfragen die interessant sind. Nach langem hin und her entschied ich mich, für die Frage, wozu dienen Blogs in der heutigen Welt.

Sie sind überall und jeder hat einen – BLOG.

Der Sichtweise kann sich demnach nicht dem Hinterfragen der modernen Bloggerwelt entziehen. Welche Arten von Blogs gibt es und welchen Sinn bzw. welches Ziel verfolgen sie. Welchen inhaltlichen Antrieb gehen sie nach und was hat das alles mit Marketing und dem Leben zu tun.

Meine Wahrnehmung von Blogs ist sicherlich subjektiv und aus der Sicht eines 45 Jahre erfahrenen Mannes, der sich seit langer Zeit mit Lebensweisen und Lebensphilosophien beschäftigt. Ich habe das Großwerden von PC´s mitbekommen, die Entstehung von Internet/Email und die Revolution des Smartphones.

Meine Generation, also die Ende 60iger und die 70iger Kinder, ist wohl die Letzte, die in ihrer Kindheit noch ohne modernste Technik auskommen musste (und konnte).

Ja, wir hatten eine lebendige, schöne, frohe Kindheit.

Ja, wir spielten viel in der Natur bis in die Dunkelheit.
Ja, wir hatten oft auch wenig Spielzeug – aber wir spielten.
Ja, wir spielten miteinander.
Ja, wir konnten uns verabreden ohne Handy und Email.
Ja, wir hatten viele tolle Erlebnisse und Gefühle dabei.
Ja, uns war auch manchmal fad! Das Nichtstun wurde noch gepflegt und ergab großen Sinn!

Haben wir etwas versäumt? Oder hatten wir das Gefühl, dass etwas fehlt? – Nein.
Das was da war, war da. Natürlich hatten wir auch Wünsche und Bedürfnisse. Jedoch war meines Erachtens mehr Platz für das noch nicht Haben von Dingen und die daraus resultierende Geduld. Es war schlichtweg noch nicht Usus gleich jedem Bedürfnis nachzugehen – Warten war eine notwendige Tugend.

Heute ist die Welt schneller geworden, vielfältiger, individueller. Das Warten und somit eine der großen Freunden des Lebens, nämlich die Vorfreude, hat sich verkürzt. Alles ist vorhanden, in unzähligen Versionen und Arten. Die Auswahl ist unendlich groß und dadurch auch unendlich schwer geworden. – Ich habe das Entscheiden früher als einfacher wahrgenommen.

Ich habe mal gelesen, wenn man eine Reise gut plant und sich Zeit für die Vorbereitung nimmt, muss man sie nicht mehr antreten, man war schon dort.

Das sich Beschäftigen mit einer Sache lässt die Vorfreude entstehen und größer werden – die Faszination blüht auf und findet tiefe Befriedigung. Eine zeitlich versetzte Bedürfnisbefriedigung würde demnach mehr und tiefere Gefühle auslösen und emotional nachhaltigere Erinnerungen schaffen. Abgesehen davon, wird der erlebte Urlaub (Reise) um die Zeitspanne des Planens und Vorbereitens erweitert und somit länger – juhu.

Was hat dies nun mit Bloggen zu tun?

Naja recht viel, wenn nun Bedürfnis und Angebot zusammenfinden sollen.

Ein Blog erfüllt demnach verschiedene Ziele/Bedürfnisse. Er hilft dir bei der Vorbereitung und Planung einer Reise, gibt dir mehr Informationen und erfreut deine emotionale Welt. Er verbindet oft das Angebot mit der Nachfrage und bedient somit die Anforderungen von Marketing.

Die verschiedenen Blogs bedienen aber auch unterschiedliche Ziele. Fachblogs wollen fachlich zu einem Thema informieren. Corporateblogs, also Firmenblogs, informieren über die Tätigkeit eines Unternehmens und deren Produkte – liest sich fad, nicht? Ja, und genau deshalb gibt es Lifestyleblogs und Magazinblogs, Foodblogs, Watchblogs, Fotoblogs, usw. Sie wollen uns emotional verbinden mit den Produkten eines Unternehmens. Sie bedienen sich der Persönlichkeit des Bloggers um Ihre Kundschaft zu erreichen. Kunden folgen Emotionen beim Kauf – Sie lieben die Geschichten um ein Produkt. Wie die Vorbereitung und Planung einer Reise, die Reise an Tiefe gewinnen lässt.

Das Ziel eines Blogs

Vielleicht gehst du jetzt im Kopf deine gelesenen Blogs durch und fragst dich: welches Ziel will dieser Blog wohl bei mir erreichen? Ist diese Frage wichtig? Ja und nein.

Sich mal zu fragen was wir mit unserer Lebenszeit machen, ist sehr sinnvoll. In was wir unsere Lebenszeit investieren ist ebenfalls sehr sinnvoll. Manchmal macht aber auch komplett Sinnloses viel Sinn. Wenn Sinnloses Sinn macht, brauchen wir Ruhe und Entspannung. Wir brauchen Distanz zu den Dingen und Anforderungen an uns – wir brauchen „Fadheit“!

Es macht schon Sinn, sich zu fragen, warum lese ich diesen oder jenen Blog? Gehe ich da einer dauernden Bedürfnisbefriedigung auf den Leim?

Bedürfnisse zu befrieden ist gut, setzt aber voraus das Bedürfnis zu erkennen. Ist es ein echtes Bedürfnis oder ein erzeugtes Bedürfnis?

Und da kommen wieder die Blogs ins Spiel. Einer Ihrer Ziele ist oft Bedürfnisse zu erzeugen – Marketingblogs – Lifestyleblogs – Magazinblogs. Blogs die dir ein Leben vorzeigen, wie du es leben könntes, aber logischerweise noch ein Manko an Produkten vorfindest – und somit kaufst. Macht dich das glücklich auf Dauer? Nein, das wissen wir bereits. Es macht lediglich kaufsüchtig und abhängig von größeren Einkommen, um die erzeugten Bedürfnisse zu befrieden.

Hier würde ich sogar eine Lanze brechen für unsere in Vergessenheit geratenen Journalisten, die sich früher, um eine kritische Sicht und Auseinandersetzung mit Themen bemüht haben. Manchmal hat man heute das Gefühl, sie erfüllen einen wirtschaftlichen Zweck, keinen redaktionellen.

Der Blog als Manipulation oder Hilfe

Wenn wir uns der modernen Technik aussetzen, so sollten wir auch deren Möglichkeiten verstehen lernen, um nicht als Opfer zu enden. Vor der Nutzung sollten wir das Ziel der Nutzung festlegen! Wozu verwende ich die moderne Errungenschaft namens Technik? Welches Bedürfnis will ich befrieden. Fadheit? Fachliche Suche nach Informationen? Planung und Vorbereitung einer Reise?…..

Somit steht einer bewussten Nutzung von Blogs und Technik nichts im Wege. Technische Neuerungen wie PC, Internet, Smartphone genauso wie Blogs sind hoffentlich Unterstützer meines bewussten Lebensstils und nicht Gestalter eines Lebensstils. Stell dir öfters die Frage, wozu brauche/mache ich das jetzt. Wenn du eine Antwort findest, die auch deinen Werten gefällt, mach weiter. Manchmal zeigen sich dadurch ganz gut gelebte Werte, die wiederum guter Ansatzpunkt zum Hinterfragen sind.

Ein Blog ist für dich das, was du daraus machst

 

 

Blogs Teil 2 folgt…

 

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