Innere Haltung wird zur inneren Ruhe

Was ist die innere Mitte – ein oft gesuchtes Mysterium?

Was ist das Ziel, wenn wir versuchen, unsere innere Mitte zu finden?

Man könnte sagen, es ist die physiologische Körpermitte, das Zentrum eines Zieles, es sind Milz und Magen in der TCM, das Dantien (im QiGong), die Mitte des Weges zwischen zwei Punkten oder die Balance zwischen zwei Extremen…usw.

Was aber meinen wir, wenn wir sagen, ich suche meine Mitte oder ich hab meine Mitte wieder gefunden? Was suchen wir, wenn wir die innere Mitte suchen?

Eine Mitte ergibt sich aus einer Annäherung von mehreren Ausgangspunkten oder Wegen, als Mittelmaß zweier gegensätzlicher Extreme (Yin/Yang), als Ausgangspunkt und Endpunkt von Ruhe.

Ist die Suche nach der inneren Mitte ein unmögliches Unterfangen?

Unsere Sehnsucht nach einer ruhigen inneren Mitte, könnte sich allerdings als nicht oder nicht dauerhaft erreichbar erweisen. Warum?

Da wir nicht alleine auf der Welt sind und die Welt schon im heiteren Treiben, Wünschen und Schaffen ist, ist die Welt geprägt von Veränderung. Fortwährende Veränderung, das Entstehen und Vergehen allen Seins, besteht im Wandel von Kräften und Energien. Somit kann auch unsere innere Mitte schnell aus der Ruhe und dem Gleichgewicht kommen.

Dadurch ist der Mensch, der seine innere Mitte (ausgedrückt durch innere Ruhe) sucht, aufgefordert, sich ständig an neue Situationen anzupassen und sich zu entwickeln. Die innere Mitte ist somit nichts stabiles, sondern ein Punkt, den es gilt immer wieder zu erreichen oder zu erzeugen.

Alles hat eine innere Ruhe, von der es ausging und zu der es zurück will.

Der Wunsch zur inneren Mitte, ist somit der Wunsch zur inneren Ruhe, der Punkt an dem die Extreme in Balance sind. Es ist ein Zustand, der ohne Einwirkung von alleine erreicht wird. Dennoch startet der Weg in die Balance, vom jetzigen Status aus in eine bestimmte Richtung, aber welche?

Wie erreiche ich nun diese innere Balance?

In welcher „Richtung“ liegt die innere Mitte die ruhende Balance. Die Balance als Ziel, erscheint nun als Weg oder Orientierung in eine bestimmte Richtung – der Fokus fällt nun auf die andere Seite, dem Gegenpol. Es ist die andere Richtung, das Gegenteil vom Jetzigen. Es ist der entgegen gesetzte Weg vom gegenständlichen Moment. Bildlich kannst du dir ein Pendel vorstellen und die innere Mitte ist der Ruhepunkt (Ausgangs- und Endpunkt) des Pendels.

Wenn die Dinge und alles Sein, Ihre Harmonie in einer Balance der Kräfte finden und somit in Ruhe sind, muss ich die Balance in Richtung des Gegenteils suchen. Es ist die Anziehung (Qi) der Gegenseite, die wir spüren, das Erahnen der wohltuenden Balance. Wir sollen umkehren, ein Zuviel des Derzeitigen vermeiden und uns wieder Richtung Ruhe begeben. Die Harmonie durch den Ausgleich mit der Gegenseite erwartet uns.

Das beschreiten des Weges zur inneren Ruhe

Jeder Punkt, der mir als Ziel dient, erzeugt eine Richtung, die wir Weg nennen. Der Weg ist das Ziel, würde der Daoist in mir nun sagen und meinen:

Genieße den Weg nicht das Ziel

Nun würde das genussvolle Beschreiten des Weges bedeuten, in Allem die Erfüllung am und im Weg zu sehen und schon den Weg, als Teil des Zieles zu sehen. Gerade so, als wäre das Erreichen des Zieles nicht so notwendig, wenn ich den Weg schon lerne zu genießen.

So wird jeder Ort, zum Ort an dem wir zur Ruhe kommen – unsere innere Mitte.

Fazit:

Die Tendenz, der Blick zur anderen Seite (dem Gegenpol, Gegensatz), erzeugt stets das Gefühl am Weg zur Mitte zu sein.

Aus meiner Sicht ist die innere Mitte eine Haltung.

Meine innere Haltung am Weg meines Lebens erzeugt die innere Mitte und Ruhe.

Fortsetzung folgt: Gibt es ein Ende des Weges zur inneren Mitte?

 

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