Teil 1: Die Motivation zum Burnout

Burnout: Die Ausgangslage

Meine Ausgangslage, war die eines jungen Karriere suchenden Menschen mit Ambitionen und Visionen. Ich hatte meine Mission – ich war selbstständiger Börsenmakler. Wörter wie: dynamisch, ehrgeizig, voller Energie, zielstrebig, motiviert, strebsam, fleißig, rastlos, fokusiert beschrieben meine Arbeitshaltung und eine junge Persönlichkeit. Ich arbeitet viel um meine Ziele zu erreichen und ich wollte hoch hinaus. Nach der Arbeit war mein Privatleben dran.

Das Privatleben eines Brokers startet ab 23:00 Uhr nachts, das störte mich aber nicht. Ja, als junger Mann, sagte ich: „Was sollte ich denn vorher tun. Da haben doch die Klubs zu. Ist doch prima, wenn ich so lange arbeiten darf und dann direkt ins Privatvergnügen gleiten kann.“ Oftmalig ließen lange, aber freudvolle Nächte, meinen Schlafkonsum niedrig ausfallen, aber „Hey, ich bin jung und habe noch genug Zeit zum Schlafen!“

Die Taten ins Burnout

Bis zu 300 Telefonate an Spitzentagen endeten in massiven Verspannungen. Die Kurse tickten auf und ab, was mehr als Aufmerksamkeit abverlangt. Der US-Börsenmarkt hielt Freud und Leid eng beisammen. Meine 8 Bildschirme brannten sich in die Augen. Der Kundenkontakt war oft sehr emotional und immer unter Druck. Ziele mussten erreicht werden.

Bewegung im Büro – ja klar. Der Parkett rund um meinen Tisch – so weit die Telefonschnur reichte –  war wund gelaufen. Ich hatten auch eine Kaffeepipeline, keine Ahnung woher die gespeist wurde.

Überfüllte Aschenbecher (ja ich hab mal viel, viel geraucht – für alle, die das noch nicht wussten) erzeugten manchmal brennende Mistkübel, die deshalb aus robustem Edelstahl waren. So dichte Edelstahlmistkübel sind seeeehr sinnvoll – Kopfkino an: Vor allem wenn du 3 Augen auf 8 Bildschirme gerichtet hast –  keine Millisekunde Zeit durften meine Augen von den Bildschirmen sich weg – das kostet Millionen, wenn was schief geht. Der Weg zum WC in 3 Meter Entfernung ist eindeutig zu weit, vor allem müssen die Augen vom Bildschirm! Deshalb …….. – Kopfkino aus.

Was man nicht alles als toll empfindet, wenn man Ziele vor Augen hat!

Nun mein Job hatte natürlich auch sehr gute Seiten. Der Durchschnittsverdienst eines Broker liegt sicher sehr weit über dem Mindestlohn. Das Beste ist: Du hast absolut Null Zeit um dein Geld auszugeben, ausser zwischen 23:00 Uhr und 6 Uhr morgens – was aber zeitlich ausreichte um…..

Wenn du mal Zeit hast und du auf Verdienste während dieser Zeit verzichtest, kannst du dir die teuersten sinnlosen Dinge kaufen. Viele, oft wildfremde Menschen sind dann plötzlich deine besten Freunde und scharen sich um dich. Ja man könnte sagen, die äussere Show passt, der ablenkende Spass ebenso. Was für ein erfolgreiches Karriere-Leben !

Es braucht schon Motivatoren

Ich bin mir sicher, du hast den Film Wallstreet (1987) und den Teil 2 (2010) gesehen. Die moderne, wie üblich überzeichnete Version eines Brokers, sieht ähnlich aus – The Wolf Of Wallstreet (2013).

Das Motto: Ich will, dass ihr eure Probleme bewältigt indem ihr reich werdet !

Noch Fragen …….          ……. zur Motivation ? Motivation treibt dich zum Erfolg !?

Stell dir vor, du bist jung, dumm und brauchtest das Geld. Nein, Spass bei Seite, wer will nicht gerne Karriere und dadurch Geld machen. Ehrlich gesagt, war mir das Geld egal, ich wollte Karriere machen und Erfolge haben. Mein Megainteresse galt dem Rohstoffhandel und dem Brokerage. Immerhin war damals die Zeit von „Pretty Woman“ (Film). Der Lebensstil war aphrodisierend und interessant. Ich liebte die Abwechslung der Börse und mein Stress lies mich Erfolg fühlen.

Das langsame Realisieren des Unmöglichen

Bis ich eines Tages 30 Jahre wurde und es zuviel wurde. Die erste Panikattacke war da. Die Hölle sag ich dir. Aber über Panikattacken reden wir ein anderes Mal. Schlaflose Nächte folgten und die Angst vor der Angst war geboren.

Mein Leben hat sich schlagartig geändert.

Ich wusste, so gehts nicht weiter und ich war auf der Suche nach einer Lösung. Nur was sollte die Lösung sein, wenn ich nicht mal das Problem (Angst) fassen konnte. Ich wusste nicht warum ich so eine Panikattacke hatte. Der Arzt sagte zwar, treten sie kürzer und schalten sie mehr ab. Machen sie Sport und Bewegung, gönnen sie sich Ruhe und Entspannung.

Diese Wörter waren wie Fremdwörter in meinen Ohren. Wann hätte ich das bitte tun sollen? Sport um 23 Uhr nachts? Ok, Wochenenden gab es schon – auch bei der Börse! Da wurde aber geshoppt und es war wenig Zeit für Ruhe in meinem eifrigen Lebensstil aus Abwechslung und Fun.

Es kam still die Frage auf: Ist der Job vielleicht nicht sinnvoll?

Die Hilflosigkeit des Erkennens

Aber was sollte ich dann tun? Meine Traumwelt verlassen, meine geliebte Arbeit verändern. Wie sollte ich das tun? Ist der Job als Broker überhaupt anders möglich? All die Fragen quälten meine Seele und ich wusste eine Anpassung des Lebensstil musste her. Nächtelang grübelte ich was ich weiter tun sollte. Jede Panikattacke machte die Entscheidung leichter und die Jagd nach Schlaf wurde zur Abendbeschäftigung.

Der Kampf gegen das Burnout

Ich beendete meine Karriere als Broker mit dem Gespür, so würde ich nicht mehr lange existieren. Mein Wille war von der Angst vor weiteren Panikattacken gefestigt und ich suchte neue Wege.

Privat wurde auch alles sehr schwerer, obwohl eigentlich alles nun leichter werden sollte. Der Krebstod meines geliebten Vaters schärfte noch dazu meinen Blick in Richtung Gesundheit.

Ich schlug beruflich eine neue Richtung ein. Nach ein paar kleinen Umwegen, begann ich als Key Account Manager in einem weltweiten Konzern für Investitionsgüter. Somit hatte ich schon mal Tageslichtarbeitszeiten und auch beschränkte Möglichkeiten abends zu arbeiten. Mein Job machte mir Freude und ich war abermals super motiviert.

Neuerlich trieb mich meine innere Stimme zum Erfolg.

Hallo mein Burnout – da bist du nun

Die Nachwehen meines ersten Karriereweges holten mich ein und mein Privatleben wurde kompliziert. Dadurch auch mein berufliches Leben stressig und mit viel Druck besetzt. Der biologische Teufelskreis Stress hatte mein Leben übernommen. Ich war hilflos ausgeliefert dem Wirken meines Körpers und den stressigen Gedankenspiralen im Kopf.

Die Zeit, wo mir alles zuviel wurde war da. Das Burnout forderte nun mich als Opfer.

Meine Entscheidung folgte notgedrungen – Die Wende

Ich gab meinen Job auf und suchte den Rückzug in einer neuen Wohnung am Waldrand. Es war eine sehr schwere Zeit. Aber die Wende in meinem Leben.

Wieso konnte ich mein Burnout nicht verhindern?

Was ging schief, ich hatte doch meinen stressigen Brokerjob beendet und einen anderen?

Ich kann euch sagen was schief ging. Der Job als Broker war hart und stressig, der Lebensstil sicher ungesund aber happy. Der Job als Verkäufer war toll. Also, was hat mich zur Strecke gebracht?

ICH, war es – ich selbst war das Problem.

Genauer gesagt, meine Glaubenssätze, meine Ziele, meine Erwartungen ans Leben, meine persönlichen Einstellungen brachten mich zu Fall.

All das hab ich auch in meinen neuen Job mitgenommen.

Es wäre komplett egal gewesen welchen Job ich gehabt hätte. Meine Persönlichkeit und Einstellung zu den Dingen – ICH – meine innere Haltung war das Problem.

Das Wozu und das Wie liefen aus dem Ruder.

Meine Motivation – das Wozu – wurde von meinen gewünschten Werten getrieben. Genau diese brachten mich auch zu Fall. Waren sie also falsch? Nein, nur übertrieben in der Ausführung – dem Wie.

Teil 2 folgt ! Du willst ihn nicht verpassen – Melde dich zum Newsletter an !

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